Erinnern heißt handeln | Stadtführung auf den Spuren der Vergangenheit
Wie erinnern wir in Heidenheim an Verfolgung, Zwangsarbeit und rechte Gewalt? Eine beeindruckende Stadtführung des Bündnisses gegen Rechts hat gezeigt, wie wichtig konkrete Orte der Erinnerung und kritische Auseinandersetzung mit Geschichte sind. Unser Genosse Heiner Jestrabek führte mit großem Wissen und Herzblut durch Vergangenheit und Gegenwart.
Vergangenen Samstag lud das Bündnis gegen Rechts zu einer Stadtführung durch Heidenheim ein, die sich mit der Geschichte von Verfolgung, Zwangsarbeit und rechter Gewalt auseinandersetzte. Der Rundgang begann am Totenberg – einem Ort, an dem auch heute noch an Menschen erinnert wird, die im Nationalsozialismus entrechtet, verschleppt oder ermordet wurden – und endete in der Innenstadt vor dem K2, wo auch jüngere Formen rechter Gewalt thematisiert wurden.
Die Führung spannte einen Bogen von der Geschichte der Zwangsarbeit während der NS-Zeit über die unzureichende Aufarbeitung in der Nachkriegszeit bis hin zu Beispielen rassistisch motivierter Gewalt in der jüngeren Vergangenheit. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Erinnerungskultur auch heute bleibt – gerade in einer Zeit, in der rechte Kräfte wieder stärker werden.
In den Gesprächen wurde klar, dass Geschichte nicht abstrakt ist, sondern sich an konkreten Orten, an menschlichen Schicksalen und an fortwährenden gesellschaftlichen Entwicklungen zeigt. Viele Teilnehmende äußerten, dass sie durch die Führung neue Perspektiven auf die eigene Stadt gewonnen haben – manche waren zum ersten Mal bei einer solchen Veranstaltung dabei.
Gerade in einer Stadt wie Heidenheim, die eine reiche industrielle und soziale Geschichte mit sich bringt, ist es wichtig, sich mit den dunklen Kapiteln der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Nicht, um Schuld zu verteilen, sondern um Verantwortung zu übernehmen – für ein demokratisches, solidarisches Miteinander im Hier und Jetzt.
Gegen das Vergessen. Für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung.
Wir bedanken uns beim Bündnis gegen Rechts für die Organisation dieser eindrucksvollen Führung – und ganz besonders bei unserem Genossen Heiner Jestrabek vom Kreisverband Heidenheim, DIE LINKE, der die Führung mit großer Sachkenntnis und spürbarem Engagement geleitet hat.

